Lösung der
Problemschachaufgabe

 

Deutsche Schachzeitung, 1958
4. Preis

Matt in sieben Zügen

 

 

1.Df1+! Kh2 2.Dh3+ Kg1 3.Dg3+ Kh1 (Kf1 4.Lc4#)
        4.Lh3 Tf7+ 5.Kg8 Tg7+ 6.Dg7: ~ 7.Dg2#

 

Dazu der Kommentar des Autors:

Beginnt Weiß mit 1.Lh3? (droht 2.Dg2#), so erweist sich nach 1. ... Tg6? 2.Kg6:, dass der sT zu Anfang so steht, als sei er schlagrömisch auf die 6. Reihe gelenkt worden; dieser wechselt deshalb - Schwarz führt hiermit einen Anti-Schlagrömer aus - mit 1. ... Tf7+! unter Tempogewinn durch Beschäftigung des wK von der 6. zur 7. Reihe, auf der er nach 2.K~ und der neuen Parade 2. ... Tg7+ zwar ebenfalls vom wK geschlagen werden kann, dies (3.Kg7:) nun aber an 3. ... a1D+! scheitert. Damit Schwarz aus der Verlegung des Schlagfeldes keinen Nutzen ziehen kann, verbringt Weiß seinerseits zunächst in einem Vorplan mit Tempogewinn durch Beschäftigung des sK seine Dame nach g3 und ermöglicht es sich so, auf das antirömische Manöver des sT diesen mit ihr statt durch den König zu schlagen, wonach das Matt auf g2 nicht mehr abzuwenden ist.

Beide Parteien führen hier eine logische Vorbreitungskombination aus: Schwarz zur Verteidigung gegen 1.Lh3? mit 1. ... Tf7+ als Vorplan für "seinen" Hauptplan 2. ... Tg7, und Weiß mit 1.-3.D-f1-h3-g3 (Kh1) als Vorplan für den Hauptplan 4.Lh3; dabei handelt es sich in den Vorplänen beidemal um die gleiche Strategie (Zurechtstellung einer eigenen Figur mit Tempogewinn durch Beschäftigung des gegnerischen Königs).

 

 

Entnommen dem Buch:

Werner Speckmann, „Schachmatt in 4 und mehr Zügen", 2. Auflage 2001, Nr. 363

(Das elektronische Schachbuch findet sich hier)

 

 

 

www.problemschachbuch.de