Lösung der
Problemschachaufgabe
Sächsische Zeitung, 1990
mit Dr. H. Laue
Matt in vier Zügen
1.Dc6! (droht/Lc7 2.Da6#/Lc7 2.Dc7: oder Da6+)
Le5... 2.Db6+ Kb8 3.Ka6 ~/Lf6.../Lc7 4.Dd8#/Dd6#/Da7#
Ld6 2.Da6+ Kb8 3.Da8+ Kc7 4.Dc8#
Dazu der Kommentar des Autors:
Nach dem Wegzug der Dame muss der sL dem sK auf der Diagonale nach h2 eine blockfreie Strecke verschaffen:
Zieht der sL dabei über d6 hinaus, dann verhält es sich so, dass nach 1. ... Le5/Lf4/Lg3 2.Da6+ Kb8 3.Ka6 der sL die damit entstandene Mattdrohung der wD auf d8 zwar mit 3. ... Lf6/Lg5/Lh4 parieren kann, aber nur unter Verlust der Kontrolle über das Feld d6, auf dem deshalb nunmehr das Damenmatt erfolgen kann.
Diese nachteilige Wirkung des entblockenden Läuferzuges kann von Schwarz aber verhindert werden, indem er - als fortgesetzte Verteidigung (vom Drohtyp) - den sL im ersten Zug nur bis d6 zieht; damit, also nach 1. ... Ld6 2.Db6+(?) Kb8 3.Ka6; behält der sL in der Tat mit 3. ... Le7 die Kontrolle über das Feld d6.
Damit würde Schwarz den Angriff endgültig abgewehrt haben, wäre mit 1. ... Ld6 nicht ein anderer Nachteil eingetreten, den Weiß anderweitig zu seinen Gunsten nutzen kann: Der sL ist damit nämlich so nah im Bereich des sK geblieben, dass er für diesen von Weiß als Fernblock genutzt werden kann, der nun mit 2.Da6+ Kb8 3.Da8+ Kc7 4.Dc8# zum Ziel kommt: beginnend mit 1.Dc6 und endend mit der Rückkehr auf ihr Ausgangsfeld hat die Dame so in vier Zügen einen vollständigen quadratischen (3x3-) Rundlauf um das Feld b7 ausgeführt.
Entnommen dem Buch:
Werner Speckmann, „Schachmatt in 4 und mehr Zügen", 2. Auflage 2001, Nr. 86
(Das elektronische Schachbuch findet sich hier)